Die letzte Bewerberrunde ist gemeistert, der Vertrag in der Tasche, was kann jetzt beim Start in den Job noch schief gehen? Leider so einiges. Das gilt gerade für Berufseinsteiger: Wenn sie am ersten Arbeitstag ihr Auto auf dem Parkplatz des Chefs abstellen und beim Meeting dessen Sitzplatz einnehmen, ist es mit der Karriere schnell vorbei. Unfallfrei in den Beruf zu starten will daher gelernt sein – dabei heißt es nicht nur Fachwissen zeigen, sondern auch Fettnäpfchen meiden.
Von Andreas Thieme
Wer neu im Büro ist, sollte zunächst eine Beobachterrolle einnehmen. „Gerade in den ersten Tagen sollten Neulinge nicht zu forsch auftreten“, rät der Karrierecoach Hans-Rainer Vogel. Da viele Unternehmen über feste Strukturen verfügen, komme es zu Beginn vor allem darauf an, sich selbst im neuen Arbeitsumfeld einzuordnen. Berufseinsteiger müssten dabei die eigene Position richtig einschätzen können, sagt Jürgen Siebert von der Beraterfirma Kienbaum.
Eigene Ideen oder Verbesserungsvorschläge gelte es erst dann vorzutragen, wenn sie explizit erwünscht sind. Berufsanfängern werde daher zunächst viel Geduld abverlangt. „Falsch ist es, zu schnell zu viele Veränderungen zu wollen“, warnt Vogel. Abwartende Neugier sei die weitaus bessere Haltung. „Das kommt auch bei den Kollegen gut an“, sagt Berufsberater Paul Stallmeister. Ein Besserwisser, der gleich zu Beginn die Abteilung umkrempeln will, werde es schwer haben. Besser sei, Prozesse und Strukturen der täglichen Arbeit erst einmal sorgfältig kennenzulernen.
Den Ärger des Chefs sichert sich auch, wer gleich am ersten Tag unpünktlich ist. Solche unangenehmen Situationen lassen sich oft aber auf freundliche Weise entschärfen: „Eine ehrliche Entschuldigung, die kurz und sachlich ist, wirkt in solchen Fällen Wunder“, sagt Stallmeister. Langatmige und affektierte Erklärungen seien hingegen nervig und reizten verärgerte Chefs nur noch mehr. Und schließlich ist es auch noch ein typischer Anfängerfehler, falsch gekleidet zur ersten Sitzung zu erscheinen. „In Jeans und Karohemd kommt zwar niemand mehr zur ersten Abteilungsbesprechung“, sagt Vogel. „Nicht weniger problematisch ist es aber, wenn der neue Mitarbeiter besser gekleidet ist als der Chef.“
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