Personalverantwortliche rekrutieren junge Menschen heute gerne übers Internet, forschen nach ihren Hobbys und
Neigungen, machen sich ein Bild darüber, ob der oder die potenziellen Mitarbeiter zum Unternehmen passen. Jugendliche und junge Akademiker tun das genauso – sie informieren sich auf der Homepage oder klicken sich durch die Google-Suchmaschinen-Ergebnisse. Das ist zeitsparend und geschickt – für beide Seiten. Und dennoch geht dadurch der persönliche Kontakt verloren. Bewerber und diejenigen, die qualifizierte Fachkräfte suchen, kommen nicht mehr zusammen – und verpassen sich.
Von Leonhard Prinz
Genau deshalb sind Veranstaltungen wie die Bildungsmesse Ulm, die Ende Februar auf dem Messegelände tausende Neugierige angelockt hat, so wichtig. „Der große Unterschied zwischen dem Internet und unserer Messe ist der persönliche Kontakt – bei uns lernen sich Menschen kennen“, sagt Sandra Rau von der IHK Ulm und Organisatorin der fünften Auflage dieser Messe. „Wichtig ist auch, dass die jungen Menschen, die Berufsorientierung suchen, auf den Ständen Leute in ihrem Alter kennen lernen, die ihnen aus ihrer Sicht erzählen, was tatsächlich in manchen Berufen oder Studiengängen läuft.“ Was die jungen Erwachsenen zudem in 195 kurzen Berufs-Präsentationen und 126 Fachvorträgen gelernt haben, kann ihnen niemand mehr nehmen.
Dass die Berufsausbildung auf der einen und die Rekrutierung fähiger Mitarbeiter auch in Zeiten der Wirtschaftskrise Hochkonjunktur haben, zeigte das Ausstellerfeld: „Wir haben 230 Aussteller hier gehabt. Das sind 15 Prozent mehr als bei der letzten Auflage der Bildungsmesse 2008“, sagt Organisatorin Rau. Die Betriebe bekämen heute bereits weniger Bewerbungen, „die Demografie hinterlässt bereits Spuren“. Das Thema Fachkräftemangel lasse sich aber nicht aufhalten – Wirtschaftskrise hin oder her.
Tipps für das Bewerbungsgespräch
✔ Wichtig ist Kleidung, die zu dem Anlass passt. Sie sollte sauber und ordentlich sein, der Bewerber muss sich darin aber auch wohlfühlen.
✔ Während des Gesprächs sollte der Bewerber ganz normal sitzen und seinem Gesprächspartner in die Augen schauen.
✔ Gut wirkt, den Gesprächspartner ausreden zu lassen und möglichst frei von sich selbst zu erzählen. Schlecht ist, Fragen nur ganz knapp zu beantworten oder ohne Punkt und Komma zu reden.
✔ Wer etwas nicht verstanden hat, sollte ruhig nachfragen. Auch damit zeigt man Interesse.
✔ Die falsche Strategie ist, sich zu verstellen oder etwas zu versprechen, das man nicht halten kann.
✔ Die Einstellung „Ich muss die Stelle unbedingt kriegen“ hilft nicht weiter. Besser ist, sich zu sagen „Toll, dass ich es so weit geschafft habe, und wenn ich die Stelle nicht bekomme, dann versuche ich es eben noch einmal.“
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