Ende Februar haben Kreistag und Landratsamt des Bodenseekreises über die Herausforderungen durch eine immer älter werdende Bevölkerung beraten. Laut Landrat Lothar Wölfle wird in 15 Jahren „vieles im Bodenseekreis nicht mehr so sein, wie wir es heute kennen“. Das kann man nur unterstreichen: im Jahr 2025 ist jeder Zweite Einwohner des Landkreises älter als 60 Jahre.
Bundesweit ist das sicher kein Alleinstellungsmerkmal – mit dieser Tatsache sehen sich die allermeisten Regionen konfrontiert. Im Wettbewerb der Standorte wird der Umgang mit dieser Situation allerdings zum mit entscheidenden Kriterium. Will sich die Region Bodensee/Oberschwaben weiterhin als attraktiver Lebens- und Wirtschaftsraum positionieren, müssen wichtige Stellschrauben bereits heute justiert werden: Dabei sollte die „Generation 50 plus“ keineswegs nur als „Best-Ager“-Konsumentengruppe betrachtet werden. Vielmehr gilt es, das riesige Potenzial an beruflichem Know-How und Lebenserfahrung so lange wie möglich für die Arbeitswelt zu sichern. Die Unternehmen könnten zum Beispiel mit Integrationsprojekten und flexiblen Arbeitszeitmodellen dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenwirken.
Um einer langfristigen Überalterung der Bevölkerung vorzubeugen, ist gleichzeitig eine familienfreundliche Kommunalpolitik gefragt: Niedrig- bis Nullgebühren für Kinderbetreuung, Kinderhort und Kindergarten unterstützen den Zuzug junger Familien. Bildungseinrichtungen – von der Allgemein- bis zur industrienahen Hochschule – halten den Nachwuchs in der Region. All dies braucht Zeit. Und die drängt. Denn die Zukunft hat bereits jetzt begonnen.
Stefan Steinhauer
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