Ulm (bt) – Deutlich früher als ursprünglich geplant hat die Vermögensverwaltung der Merckle-Gruppe den Verkauf von Ratiopharm abgeschlossen und damit nach eigenen Worten fast alle Schulden getilgt. Mit mehr als 3,6 Milliarden Euro habe man einen „bemerkenswerten Verkaufserlös“ erzielt, teilte die VEM Vermögensverwaltung zum Abschluss des Verkaufs an den israelischen Teva-Konzern mit.
VEM ist Dachgesellschaft des Merckle-Imperiums und hatte für die Entschuldung unter anderem Ratiopharm verkaufen müssen. Mit der Übernahme soll Ulm Deutschlandzentrale der Teva Europe und auch Standort für weitere „zentrale Funktionen“ werden, wie Ratiopharm mitteilte. Neuer Chef des Pharma-Unternehmens wird Sven Dethlefs. Der bisherige Vorsitzende der Geschäftsführung, Oliver Windholz, soll die Integration in den Teva-Konzern begleiten und das Unternehmen zum Jahresende verlassen. Teva hatte nach einem monatelangen Bieterrennen Mitte März den Zuschlag für Ratiopharm erhalten. Der Ulmer Hersteller von Nachahmermedikamenten gehörte zum Imperium des Firmenpatriarchen Adolf Merckle, der sich im Januar 2009 das Leben nahm. Im Zuge der Finanzkrise hatte der Zusammenbruch seines Firmengeflechts gedroht.
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